Archiv für den Monat November 2012

Bundesliga-Abwasch, 14. Spieltag

Bayern ist Herbstmeister.

Freiburg verkauft sich in Unterzahl sehr ordentlich, ich möchte meine Beine heute mit keinem Freiburger tauschen. Schade, dass das Spiel nach dem Platzverweis und dem einhergehenden 0:1 praktisch gelaufen war. So gut organisisert Freiburg verteidigte, den Lucky Punch in Unterzahl traute man den Streich-Jungs aber nicht wirklich zu.

 

Leverkusen ist plötzlich zweiter. Das spielerische Niveau ist allerdings nicht plötzlich, sondern allmählich seit dem schlechten Saisonstart, als mancher das Trainerduo Lewandowski/Hyypiä schon wieder platzen sah, gestiegen. Gleichzeitig tragen die Formhochs mehrer Spieler, von Carvajal über Rolfes, Castro und Kießling, die teilweise gerade ihre beste Zeit in Leverkusen erleben, zu den konstant guten Ergebnissen.

Tja, Bremen. Eigentlich immer ganz gefällig, aber permanent mit der Gefahr/Chance, auf die eine oder andere Seite der Ergebnis-Extreme abzukippen. Ein leichter Duft von Ratlosigkeit allenthalben.

 

Dortmund, oh weh! Eigentlich völlig Herr der Lage gegen Düsseldorf. Alleine die Fehlpässe, die Fortuna dem BVB in der Vorwärtsbewegung in die Füße spielte, hätten an besseren Tagen für einen Abschuss gereicht. Dumm nur, dass die meisten dieser Düsseldorfer Ballverluste mit dem ersten Ballkontakt wieder zur Fortuna kamen. Diese fehlende Konzentration und Zielstrebigkeit in Richtung 2:0, gepaart mit der mangelnden Körperspannung und der Glibbrigkeit in den Zweikämpfen der zweiten Halbzeit, waren nicht gerade optimale Voraussetzungen, eine knappe Führung durchzubringen.

Die Düsseldorfer spielen weiter, was sie können, und halten sich in Relation zur Qualität des Kaders mit nunmehr 15 Punkten recht ordentlich., zehren aber natürlich noch vom guten Saisonstart.

 

Stuttgart mit 3 Punkten gegen Augsburg, nicht mehr, nicht weniger. Der VfB mit Rohkost; Augsburg spielt eigentlich gut mit, Arbeit und Bemühen überall, aber ab und an ein Hammer von Koo oder ein reingemurmelter Ball von Mölders reichen einfach nicht. Zumindest, wenn man nicht zu null spielt.

 

Mönchengladbach, man glaubt es kaum, mal wieder ohne Gegentor. Die große Stärke der defensiven Stabilität aus der Vorsaison, die vor allem durch den Weggang von Neustädter arg gelitten hatte, schint langsam wiederzukommen. Und dass, obwohl an offensiver Entlastung eher wenig zustande kam, denn Wolfsburg war dominant, bestimmte weitgehend das Geschehen auf dem Platz, die vielen Ballkontakte vor allem von Diego konnten aber kaum in vielversprechende Abschlusspositionen umgemünzt werden.

 

Hamburg schiebt den Schalker Zustand von Durchhänger gefühlt ein bisschen mehr Richtung Krise. Spannend, ob die Umstellung auf Raute von dauerhafter Natur sein wird, die Ausführung am Dienstag lääst darauf schliessen, dass dieses System nicht so ganz neu war.Schalke bekommt seine offensive Power momentan nicht auf den Platz, und defensiv können Matip und Papadoupoulos ihre Stabilität im Zentrum aus der bisherigen Saison nicht halten.

 

Hannover mit hingerotztem Pflichtsieg gegen Fürth. Nürnberg schlägt einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, denn dort ist Hoffenheim spätestens jetzt angekommen. Die individuelle Qualität des Kaders schlägt, abgesehen vom kurzen Zwischenhoch nach der Verpflichtug von Andreas Müller als Sportdirektor, nicht auf die Ergebnisse durch. Und da kommt die Frage nach der Arbeit des Trainers auf: Sollte bis zur Winterpause kein Aufwärtstrend zu erkennen sein, wird man sich in Hoffenheim Gedanken über die Babbel-Reißleine machen.

Eine Gefahr für uns alle

Zugegeben: Ich bin, besonders ob der Komplexität des Themas, weit davon entfernt von mir zu behaupten, überdurchschnittlich gut informiert zu sein über das geplante Leistungsschutzrecht. Wenn mir dann aber ein Kommentar wie der aktuell auf tagesschau.de veröffentlichte von Oliver Neuroth vom SWR begegnet, fällt mir da schon etwas zu ein. Neuroth befasst sich mit der gestern gestarteten Kampagne von Google gegen das LSR und resümiert:

Es ist eine heuchlerische Kampagne von Google. Das Unternehmen will seine Interessen schützen und tut so, als wären die Grundrechte von uns allen in Gefahr. Und wir alle sollen Google helfen, sein Ziel zu erreichen – ein Stopp des Leistungsschutzrechts. Der Konzern will tatsächlich, dass wir E-Mails an unsere Bundestagsabgeordneten schreiben und sie auffordern, gegen das Gesetz zu stimmen.Aber Google ist nicht der Robin Hood der Internet-Freiheit. Und das Leistungsschutzrecht keine Gefahr für uns alle.

Nunja, das ließe sich mit Blick auf die verschiedenen Agitationen in unterschiedlichsten Verlagspublikationen auch trefflich so formulieren:

Es ist eine heuchlerische Kampagne der Verlage. Die Unternehmen wollen ihre Interessen schützen und tun so, als wären die Grundrechte von uns allen in Gefahr. Und wir alle sollen den Verlagen helfen, ihr Ziel zu erreichen – ein Beschluss des Leistungsschutzrechts. Die Konzerne wollen tatsächlich, dass wir E-Mails an unsere Bundestagsabgeordneten schreiben und sie auffordern, für das Gesetz zu stimmen. Aber die Verlage sind nicht der Robin Hood der Urheber. Und das Scheitern des Leistungsschutzrechts keine Gefahr für Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Demokratie.

Realsatire (I)

Tagesschau.de sieht bei so genannten Schattenbanken eine hohe Dunkelziffer.

Ernst Franz Hermann

Heute vor 20 Jahren starb Ernst Happel.

RM von Spielverlagerung.de mit einem schönen Rundflug über die Karriere des angeblichen Grantlers.

Lesebefehl.

(20) Messer, Blogs, Feuer, Licht…

…sind für Printjournalisten nicht.

Man verzeihe mir den flachen Einstieg; zumindest hat die Recherche zu diesem Kinderreim reichlich Trivialwissen zutage gefördert. Wer weiß, wozu es mal gut ist.
Apropos Recherche: Worum es offensichtlich eigentlich gehen soll, ist die seit heute morgen auf ganz heißer Flamme kochende Kontroverse um die zunächst in einer Presseerklärung des FC Bayern kolportierten und dann von Vertretern von Boulevard- wie auch Qualitätsmedien weitgehend unreflektiert weiterverbreiteten Meldung über die Konfiszierung von 20 Messern, Schlagstöcken und ähnlichen Utensilien bei den in Zelten durchgeführten Sonderkontrollen von Eintracht-Fans vor der Münchener Arena am Samstag. In der Presseerklärung und den Nachfolgenden Medienberichten entstand der Eindruck, dass diese Utensilien einzig bei diesen Sonderkontrollen sichergestellt wurde, was bei (laut Presseerklärung) 30-40 Kontrollierten ein resprektables Arsenal ergeben hätte.

 

Soweit die Vorgeschichte. Nun kommen wir zur Story an der Story, und die führt uns zurück zum Stichwort Recherche. Stefan Krieger vom Eintracht-Blog Blog-G hat sich nämlich einfach mal doppelt so viel Mühe gemacht wie die bezahlten Medienvertreter, und freundlich bei der Polizei München nachgefragt, was denn an diesen Zahlen dran sei. Nun, die Zahlen stimmen, doch beziehen sie sich nicht auf die Kontrollen der Eintracht-Anhänger in den Sonderzelten, sondern auf alle bei sämtlichen Besuchern im und ums Stadion sichergestellten Gegenstände. Den Artikel samt laufender Akutualisierungen gibt´s hier, und auch Torsten Wieland kommentiert gewohnt unaufgeregt.

Zugegeben: Wenn man will, kann man die Presseerklärung so lesen, dass nicht der Eindruck entsteht, die Konfiszierten Gegenstände bezögen sich allein auf die Sonderkontrollen. Diese Interpretation ist jedoch quer durch Medien und Blogs nicht zu finden gewesen. Insofern kann man davon ausgehen, dass die von – so unterstelle ich mal – Kommunikationsprofis erstellte Pressemitteilung des FC Bayern einer expliziten Intention folgt, wie sie von Rezipienten interpretiert werden soll. Und so liegt in der Geschichte ein ganz eigener Beigeschmack.

 

Soweit, so (leider) nahezu normal. Was mich dann aber nochmal richtig gestört hat, ist die Ignoranz, mit der die „Qualitätsmedien“ diese Wendung der Affäre begleiten. Exemplarisch sei dies an einem Artikel von Thomas Hummel auf Sueddeutsche.de gezeigt, der heute Mittag online ging. Hummel stellt den Sachverhalt bezüglich der Kontrollen zwar richtig dar, ein Verweis auf die Quelle dieser Erkenntnis sucht man jedoch vergebens. Offensichtlich hat sich außer Stefan Krieger niemand die Mühe gemacht, die Angaben aus der Pressemitteilung bei der Münchener Polizei kritisch bestätigen zu lassen. Warum dann nicht auch den erwähnen, der die (eigentlich selbstverständliche und vom Aufwand her nicht der Rede werte) Recherchearbeit erledigt hat? Innerhalb der Blogosphäre wohl das Mindeste, von einer Verlinkung ganz zu schweigen.

Es ist nur ein kleines Beispiel, aber es zeigt, dass die klassischen Medienangebote häufig immer noch nicht Wirkungsweise und Vernetzung digitaler, sozialer Medien verstehen und umsetzen können oder wollen. Passend dazu die heutige Meldung vom Insolvenzantrag der Frankfurter Rundschau. Ein bisschen dick aufgetragen? Vielleicht. Fakt ist jedoch, dass sich die klassischen Medien auf die veränderten Mediennutzungsformen der digitalen Welt einstellen müssen, nicht umgekehrt.

Bundesliga 12/13, 11. Spieltag, Samstagsspiele

Der Bundesliga-Samstag aufgrund der späten Europaleague-Einsätze von Hannover, Stuttgart und Gladbach mal wieder mit fünf 15:30-Spielen.

Bayern München 2 : 0 Eintracht Frankfurt

Ein „Arbeitssieg“ für die Bayern, der souveräner rüberkommt, als er war: Frankfurt war mit mächtig cojones angereist und legte wohl die mutigste Performance einer Gastmannschaft in München in der bisherigen Saison hin, für mich auch mit mehr Überzeugung als die erfolgreicheren Leverkusener. Die gute Raumaufteilung und viel Dampf vor allem über die Aussenverteidiger Jung und Oczipka hätten eigentlich zum Führungstreffer durch Aigner führen müssen, der nach einer schicken Flanke von links am zweiten Pfosten mal gepflegt ungedeckt am Fünfer zum Kopfball kam, diesen aber sehr deutlich vergab. So reichte es für die Bayern gegen die hoch stehende Eintracht, einen Konter durch Ribery zu vollenden, um weitestgehend Ruhe im Karton Allianz Arena zu schaffen. Und da sich auch bei engagierter Spielweise Chancen wie die erwähnte von Aigner in München nicht allzu häufig ergeben, war die Geschichte dann mit einem kleineren Schwächeanfall von Schweinsteiger und einem sicheren Elfmeter durch Alaba auch schon beendet.

Schalke 2 : 1 Werder Bremen

Von der Spannung, den Namen und auch der Action auf dem Platz das wohl unterhaltsamste Spiel des Nachmittags. Werder insgesamt von der Unruhe der letzten Tage um Klaus Allofs eher unbeeindruckt, Zweikampfstark und gallig. Folgerichtig auch mit der Führung durch Hunt, der diese Saison die Kapitänsbinde an- und sein Phlegma anscheinend abgelegt hat. Werders Überlegenheit in Hälfte eins jedoch stark begünstigt von Schalkern, die ideenlos und mit ungenauem Passspiel agierten. Diesen Makel konnte Huub Stevens offensichtlich in der Pause abstellen, und dieser Umstand sowie der neue Schwung vor allem durch den eingewechselten Draxler führten zum Ausgleich durch Neu-Nationalspieler Neustädter  und der von Draxler höchstpersönliche erzielten Führung. Danach war, wie man so schön sagt, „offenes Visier“ angesagt, mit wenig Kontrolle, aber viel Geschwindigkeit und Leidenschaft. Gebre Selassie hätte nach feinem Abschluss mit der Hacke in der Nachspielzeit noch den Ausgleichstreffer verdient gehabt, Holtby rettete aber auf der Linie.

FC Augsburg 1 : 3 Borussia Dortmund

Dortmund mit ganz wichtigen drei Punkten, um sich einerseits die ranrobbenden Mainzer vom Hals zu halten und andererseits Boden auf die Eintracht gut zu machen und an Schalke dranzubleiben. Die Borussia wirkte ähnlich wie Schalke in Halbzeit eins nicht gerade frisch, konnte sich aber auf die individuelle Klasse ihrer Offensive verlassen, sodass der FCA trotz guter Spielanlage wieder einmal für seine notorische Abschlussschwäche bestraft wurde und deshalb weiter zurecht am Tabellenende steht.
Unter dem Strich war der Freist0ss von Reus das Highlight eines Dortmunder Pflichtsiegs, der den Verdacht nahelegte, dass dem BVB der Auftritt in Madrid wenn schon nicht in den Knochen, dann zumindest noch in den Köpfen steckte; vor allem durch eine gesteigerte Effizienz in der Chancenverwertung scheint sich Schwarzgelb jedoch in der Bundesliga auch auswärts stabilisiert zu haben. Eine Entwicklung, die aufgrund der beeindruckenden Ergebnis-Konstanz von Bayern und Schalke auch bitter nötig war.

Freiburg 0 : 0 HSV; Düsseldorf 1 : 1 Hoffenheim

Beide Spiele kann man getrost gemeinsam abhandeln. Im Breisgau wie am Niederrhein ein mäßiges Niveau und zwei Heimteams, die die Überzahl auf dem Feld nicht zu einem dreifachen Punktgewinn verwerten konnten. Bemerkenswert auf Seiten des HSV der sich langsam zum Comedian entwickelnde Scharner, der sich vor dem Spiel medial schonmal als Abwehrchef in Stellung brachte und sich dann nach einer guten halben Stunde völlig übermotiviert gelb-rot abholte. Weiterhin gespannt bin ich auf ein eventuelles Nachspiel für ex-und-wieder-Nationaltorwart Adler, der kurz vor dem Ende ganz lässig einen Meter neben Schiri Perl stehend einen klassischen Jab im Gesicht von Caligiuri (?) unterbrachte. Sicher, kein K.O.-Schlag, aber für mich trotzdem eine klare Tätlichkeit.

Scharlachroter Buchstabe

Netzpolitik über ein Referendum, das verquickt mit der heutigen Präsidentschaftswahl in Kalifornien zur Abstimmung steht.

Hierbei geht es um eine härtere Bestrafung sogenannter „Sex Offender“, einem Begriff, der im eigentlichen Sinne „Sexualstraftäter“ bedeutet, in den USA jedoch je nach Gesetzeslage des jeweiligen Bundesstaats höchst differenziert verwendet wird und so bestimmte gesellschaftliche Gruppen auf eine Stufe mit, beispielsweise, Vergewaltigern stellt.

Zusätzlich zu den genannten Beispielen im Artikel sind in diesem Zusammenhang auch HIV-positive Menschen zu nennen, die, etwa bei ungeschütztem Verkehr ohne eine Infektion des Sexualpartners, von diesem angezeigt werden können und fortan mit der Brandmarkung „Sex Offender“ inklusive Internet-Pranger und drakonischer Haftstrafen durchs Leben gehen, wie ein Fallbeispiel der ZEIT beschreibt.

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