In der Pratsch

Die taz trägt aktuell die Informationen zur Insolvenz von Alemannia Aachen zusammen. Viel neues gibt der Artikel zwar nicht her, die Misere des Tebellenführers der ewigen Zweitliga-Tabelle wird aber schön komprimiert dargestellt, obwohl das dargestellte worst-case-Szenario Kreisliga D nicht ganz so schrecken kann, diese Liga gibt es im Kreis Aachen nämlich nicht.

Gründe für den Niedergang gibt es viele: Seit dem Abstieg 2007 wurden sieben Trainer verschlissen und so ziemlich alle Spieler mit Potential abgegeben (Ibisevic, Stieber, Höger, Moritz, Pinto, Ebbers, Holtby, Lehmann, Fiél…). Manche dieser Wechsel waren nicht zu verhindern, andere sehr wohl. So fiel die Qualität des Kaders immer mehr ab, Neuzugänge brachten kaum noch Verstärkung. Dazu Missmanagement im Vorstand in Tateinheit mit dem Supergau des neuen Stadions.

 

Nach der Premieren-Saison Bundesliga sah man sich mittelfristig auf dem Weg zum Erstligisten, verkennend, dass dieses Ziel auch für Vereine mit ganz anderen Voraussetzungen als Alemannia, Beispiel FC Köln, mehr als schwer zu realisieren ist. Amüsierte man sich in Aachen gern über die in Erinnerung an glorreiche Zeiten schwelgenden Fans aus Köln und Mönchengladbach, verfiel man selbst ins Gegenteil: Man vergaß, wo man herkam. Tabellenführer der ewigen Zweitligatabelle, nicht mehr, nicht weniger. Alle wollten mehr – und hoffen heute auf die Regionalliga. Aachen bettelt bei seinen Anhängern, man zeigt stolz auf Facebook Briefe von kleinen Kindern, die dem Verein zur Rettung ihr Taschengeld schicken, und als Außenstehender hofft man inständig, dass sich der ein oder andere Verantwortliche in Grund und Boden schämt – warscheinlich vergeblich. Denn auch wenn man das in Aachen nicht gern hören mag: Dem intensiven Eine-Hand-Wäscht-Die-Andere-Wirrwarr im und um den Verein herum steht der sprichwörtliche „Kölsche Klüngel“ in nichts nach.

Und auch wenn man Hoffnung haben darf, dass die Alemannia es schafft, die Saison zuende zu spielen und irgendwann gestärkt aus der Belastungsprobe Regionalliga herausgeht: Wenn das Personal vor allem im Vorstand erhalten bleibt und kein Paradigmenwechsel hin zu einer realistischen und professionellen Arbeit im obersten Verwaltungsorgan des Vereins stattfindet, ist der nächste „Scherbenhaufen“ vorprogrammiert.

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