Ein Pep mehr Erfolg?

Pep Guardiola ist also ab dem Sommer Trainer bei Bayern München. Gut für die Bayern, gut für die Bundesliga? „Transfer-Hammer“, der „größte Coup der Vereinsgeschichte“? Vielleicht.

Klar ist, dass mit Guardiola ein Trainer von Weltformat die Mannschaft von Jupp Heynckes übernimmt, der schon mehr Titel geholt hat als mancher Verein in über 100 Jahren. Er hat das System Barcelona seit seinem Antritt 2008 nochmals optimiert und evolutioniert, große Namen des Weltfussballs wie Eto’o, Deco und Ronaldinho aussortiert – mit durchschlagendem Erfolg.

Das große (oder kleine?) Fragezeichen an dieser Verpflichtung ist nun, ob Guardiola ähnliche Wunderdinge wie in Barcelona auch bei einem anderen Verein zu leisten imstande ist – und wie lange er dafür braucht. Klar scheint: Eine 1:1-Umsetzung des Systems Barcelona in München wird kaum möglich sein. Konnte Guardiola bei seinem Wirken in der katalanischen Hauptstadt auf einen Kader voller Schüler der Jugendakademie La Masia zurückgreifen, die den voetbal total 2.0 Barcas seit frühester Jugend verinnerlichen konnten, steht ihm in München nur eine normale europäische Spitzenmannschaft zur Verfügung. Er wird also eine auf den Bayern-Kader abgestimmte Modulation seiner Spielphilosophie entwickeln müssen – für die Theorie hat er noch ein halbes Jahr Zeit, eine weitere spannende Frage ist jedoch, wieviel er in der Praxis bekommen wird. Denn: Sollten eventuelle (und warscheinliche) Änderungen am aktuell wie geschmiert laufenden Heynckesschen System Ergebnis-Probleme mit sich bringen, sieht man als geneigter Beobachter vor dem geistigen Auge schon einen roten Ballon im VIP-Bereich der Arena leuchten. Natürlich, ein Mann wie Guardiola wird mit einem großen Vertrauensvorschuss ausgestattet sein, es müssten also schon Titel in Gefahr sein, damit es unruhig wird – relativ unwarscheinlich, aber möglich.

Es wird einfach darauf ankommen, ob es passt – und hier kommt die bayrische Masterfrage ins Spiel, die nach dem Binnenverhältnis zwischen Trainer und den zahlreichen Alphatieren des Vereins. Müßig, hier zu spekulieren, aber spannend wird die Beobachtung dieser Thematik allemal, denn stimmt dieses Verhältnis nicht, schützt auch Erfolg nicht vor Unruhe.

Was mich ein bisschen verwundert hat, war die Vertragslaufzeit. Drei Jahre, und die auftauchende Frage ist: Vorsicht von Seiten des FC Bayern, oder Fortsetzung von Guardiolas Praxis, grundsätzliche nur kurze (im Idealfall 1-jahres-) Vertäge abzuschließen? Bayern wünscht sich sicher – wenn es passt – eine Ära eines Star-Trainers. Guardiola hat jedoch gezeigt, dass ihn auch anhaltender gigantischer Erfolg im Zweifelsfall nicht davon abhält, einfach schluss zu machen, selbst bei seinem Barcelona CF. Spanennd wirds.

Edit: Einige Tweets aus England zur Vollzugsmeldung… (via Fokus Fussball)

Edit 2: Spielverlagerung ausführlichst zur eventuellen zukünftigen taktischen Ausrichtung der Bayer unter Guardiola.

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