Wie der Aachener Friedenpreis angeblich Soldaten verhöhnt

In Aachen wird jährlich zum 1. September der Aachener Friedenspreis verliehen. In diesem Jahr geht diese einst als Alternative zum Karlspreis etablierte Auszeichnung an drei Schulen in Düsseldorf, Berlin und Offenbach, die der Bundeswehr Auftritte im Unterricht untersagen und Unterrichtsmaterialen des Verteidigungsministeriums ablehnen.

Klaus Kelle, seines Zeichens Journalist und Medienunternehmer, der u.a. auch für FreieWelt.net schreibt, sieht in seiner Kolumne für den Online-Auftritt der Rheinischen Post diese Würdigung des Entschlusses der drei Schulen einen „Schlag ins Gesicht für unsere Soldaten„. Die Kolumne trägt den gequält mutig-rebellischen Namen „Politisch Inkorrekt“, und dieser zeigt auch nach kurzer Durchsicht, wohin die Reise inhaltlich geht: Vermeintlich aufrüttelndes, konservatives „das-wird-man-wohl-noch-sagen-dürfen“ – zur Ehrenrettung Kelles sei jedoch gesagt, dass sich zumindest die (unabsichtliche?) Namensvetterschaft zu den Islamhassern von Politically Incorrect nicht wirklich niederschlägt.

Doch zurück zum Friedenspreis. Kelle fragt, wen denn schon der Aachener Friedenspreis interessiere. Dieser würde vergeben anLeute, die sich angeblich Verdienste um Frieden und Völkerverständigung erworben haben. So wurde etwa schon der Verein „Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren“ geehrt oder der Gründer des Kinderzirkus „Pinocchio“. Und ein alternatives Tourneetheater. Zweifellos alles wichtige Institutionen, die unsere Welt sicherer gemacht haben. Kim Jong Un oder Ahmadinedschad werden schwer beeindruckt gewesen sein.“

Im Grunde sind die Initiatoren des Aachener Friedenpreises für Kelle eher nichtbeachtenswerte Spinner. Wobei ihm wirklich der Kamm schwillt, ist der Umstand, „dass auch die Stadt, dass DGB, SPD und Grüne und Kirchenvertreter dieses Kasperletheater als Unterstützer mitmachen“. Weil: „Es ist eine Schande, dass mit Unterstützung etablierter Organisationen Leute dafür geehrt werden, dass sie die Bundeswehr aus dem öffentlichen Raum verbannen“. Ei! Geht ja garnicht, dass überhaupt irgendwer nicht wollen kann, dass Kinder und Jugendliche in staatlichen Bildungseinrichtungen scharf gemacht werden auf den Dienst an der Waffe. Und ganz unter uns: Man kann es sich ja auch kaum vorstellen, dass in Zeiten ausgesetzter Wehrpflicht und Abenteuerspielplatz-Fernsehspots „unsere“ Bundeswehr ihre Präsenz in Schulen für solche Ziele ausnutzt.

„Es sollte üblich sein, dass die jungen Menschen, die für dieses Land dienen, den Rückhalt der führenden Parteien haben – Regierung und Opposition. Und unsere Soldaten verdienen Respekt für ihre Arbeit, selbst dann, wenn wir die politischen Entscheidungen ihrer Befehlshaber manchmal nicht teilen.“

Recht hat er. Aber was zur Hölle hat eine Preisverleihung für Schulen, die ihre Schüler keiner vermeintlichen oder tatsächlichen Indoktrination aussetzen wollen, mit mangelndem Respekt für Soldaten in Krisengebieten zu tun? Hier geht es doch nicht um Soldaten, sondern um Bürokraten. Und deren Botschaften werden innerhalb der Kooperation von Verteidigungsministerium und den Bildungsministerien der Länder verbreitet. Genau deshalb ist es zu begrüßen, dass sich immer mehr Schulen im Bündnis Schule ohne Bundeswehr zusammenschliessen und sich dieser Bevormundung widersetzen.

PS: Ich bin weder Mitglied einer der am Bündnis beteiligten Gruppen, noch stimme ich den verschiedenen Begründungen der Mitglieder oder dem Wortlaut der Begründung für die Preisverleihung uneingeschränkt zu. Mit dem Ziel, junge Menschen vor militaristischer Beeinflussung zu schützen, allerdings schon.

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